ADS Symptome: Wie sich ADHS ohne Hyperaktivität zeigt
Du bist nicht zappelig, eher im Gegenteil. Aber Deine Gedanken schweifen ab, Termine rutschen durch, und mitten im Gespräch merkst Du, dass Du gerade ganz woanders warst. Kann das ADHS sein, obwohl Du gar nicht hyperaktiv bist?
Genau dafür gibt es den Begriff ADS: Gemeint ist eine Aufmerksamkeitsstörung ohne auffällige Hyperaktivität (Bundesministerium für Gesundheit, 2022).
In diesem Beitrag erfährst Du, welche ADS Symptome typisch sind, warum ADS oft spät erkannt wird und was Dir im Alltag helfen kann.

ADS oder ADHS: Was ist der Unterschied?
In der aktuellen Klassifikation ICD-11 ist ADS keine eigene Diagnose, sondern eine Form von ADHS, nämlich ADHS mit vorwiegend unaufmerksamem Erscheinungsbild: Die Unaufmerksamkeit steht im Vordergrund, Hyperaktivität und Impulsivität spielen daneben kaum eine Rolle (WHO, 2025).
Dieses Bild kann sich im Laufe des Lebens verändern. Bei vielen geht die Hyperaktivität mit dem Alter zurück und zeigt sich dann eher als innere Unruhe (WHO, 2025; IQWiG, 2022).
Typische ADS Symptome bei Erwachsenen
Die Unaufmerksamkeit zeigt sich vor allem bei Aufgaben, die wenig Reiz oder Belohnung bieten. Die ICD-11 nennt dafür unter anderem diese Anzeichen (WHO, 2025):
Dranbleiben fällt schwer: Aufgaben werden angefangen, aber nicht beendet, und Flüchtigkeitsfehler schleichen sich ein.
Gedanklich woanders: Du lässt Dich leicht ablenken, wirkst abwesend oder scheinst nicht zuzuhören, wenn jemand mit Dir spricht.
Vergessen und Verlegen: Dinge gehen verloren, und anstehende Aufgaben geraten aus dem Blick.
Planen und Organisieren: Aufgaben und Abläufe zu ordnen kostet viel Kraft.
Bei spannenden Tätigkeiten mit schneller Belohnung kann die Aufmerksamkeit dagegen ganz normal wirken (WHO, 2025). Dass Dir manches mühelos gelingt, spricht also nicht gegen ADS. Wie sich ADHS bei Erwachsenen insgesamt zeigt, liest Du im Beitrag ADHS Symptome.
Warum ADS oft spät erkannt wird
Wer nicht zappelt und niemanden stört, fällt weniger auf. Das betrifft besonders Mädchen und Frauen: Sie zeigen häufiger vor allem unaufmerksame Symptome und seltener störendes Verhalten, auch deshalb werden sie seltener zur Abklärung geschickt (WHO, 2025; Young et al., 2020).
Manche gleichen ihre Schwierigkeiten außerdem mit viel Aufwand aus, sodass sie lange unterschätzt werden (Young et al., 2020). So kommt es vor, dass sich jemand erst als erwachsene Person an Fachleute wendet (WHO, 2025).
ADS im Alltag: Was Dir helfen kann
Viele Erwachsene mit ADHS finden mit der Zeit eigene Strategien. Das IQWiG nennt zum Beispiel diese (IQWiG, 2022):
Erinnerungen nach außen holen: Termine und Aufgaben sofort im Notizbuch oder in einer App festhalten und Erinnerungshilfen an die Haustür, an den Kühlschrank oder ins Auto hängen.
Feste Orte: Schlüssel und Geldbörse immer am selben Platz ablegen.
Kleine Schritte: Aufgaben in Teilschritte zerlegen und Dir nicht zu viel auf einmal vornehmen.
Abklären lassen: Bei Erwachsenen sind dafür in der Regel Fachärztinnen und Fachärzte für Psychiatrie, psychosomatische Medizin oder Neurologie sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten zuständig. Dabei werden auch andere mögliche Ursachen ausgeschlossen (IQWiG, 2022). Einen ersten Anhaltspunkt kann Dir der ADHS-Selbsttest geben, eine Diagnostik ersetzt er nicht.
Im Coaching schauen wir gemeinsam, wo Dir im Alltag am meisten durchrutscht, und bauen Erinnerungen und Abläufe, die zu Deinem Kopf passen.
Ein einfacher Anfang ist, alles Offene aus dem Kopf auf eine Liste zu holen. Der kostenlose AGIL-Starter begleitet Dich dabei in etwa 15 Minuten, mit Beispiel und Vorlage.
Du schaffst das!
Julius Achenbach
ADHS-Coaching & Systemisches Coaching | adhscoach.net
Wichtig: Coaching ersetzt keine Psychotherapie oder ärztliche Behandlung. Solltest Du Dich in einer psychischen Notlage befinden, wende Dich bitte an den ärztlichen Notdienst (116117), den Notruf (112) oder die Telefonseelsorge (0800 1110111 / 0800 1110222).
Quellen
Bundesministerium für Gesundheit (2022). ADHS. In Zusammenarbeit mit dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), Stand 21.10.2022. https://gesund.bund.de/adhs
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) (2022). ADHS bei Erwachsenen. https://www.gesundheitsinformation.de/adhs-bei-erwachsenen.html
Weltgesundheitsorganisation (WHO) (2025). ICD-11 for Mortality and Morbidity Statistics, 6A05 Attention deficit hyperactivity disorder und 6A05.0 predominantly inattentive presentation. https://icd.who.int/browse/2025-01/mms/en
Young, S., Adamo, N., Ásgeirsdóttir, B. B., Branney, P., Beckett, M., Colley, W. et al. (2020). Females with ADHD: An expert consensus statement taking a lifespan approach providing guidance for the identification and treatment of attention-deficit/hyperactivity disorder in girls and women. BMC Psychiatry, 20, 404. https://doi.org/10.1186/s12888-020-02707-9







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