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ADHS im Job: Zwischen Hyperfokus und „Ich kann heute gar nichts"

Autorenbild: Julius Achenbach
Julius Achenbach
3. März
2 Min. Lesezeit

Ein Meeting, in dem Du jedes Detail aufgesaugt hast. Eine Präsentation, die Du in drei Stunden durchgearbeitet hast, obwohl andere dafür Tage brauchen. Der Business Case, das MBR, alles lief.

Und dann: Ein Tag, an dem Du 45 Minuten brauchst, um eine E-Mail zu schreiben, die aus drei Sätzen besteht, von denen Du das erste schon beim Schreiben des dritten vergessen hast.

Willkommen im ADHS-Alltag am Arbeitsplatz.


Die zwei Seiten der Medaille

ADHS im Job zeigt sich selten nur als Schwäche. Viele Erwachsene mit ADHS bringen Stärken mit, die in der richtigen Umgebung extrem wertvoll sind: schnelles Erfassen komplexer Zusammenhänge, kreative Problemlösung, hohe Energie bei Themen, die sie begeistern.


Gleichzeitig gibt es diese andere Seite: Routineaufgaben, die sich anfühlen wie eine Mauer. Meetings ohne klare Agenda, in denen die Konzentration nach 10 Minuten abdriftet. Oder das Gefühl, ständig hinterherzuhinken, obwohl man objektiv gute Arbeit leistet. Und die Angst vor Ablehnung...


Das "Problem" ist oft nicht die Leistung, sondern die Konsistenz. Und genau das fällt im beruflichen Kontext auf, wenn das Umfeld eben einfach anders funktioniert.


Typische Situationen bei ADHS im Job:

  • Du arbeitest am produktivsten unter Druck, aber ohne Deadline ... keine Chance

  • Du vergisst Details, die anderen selbstverständlich erscheinen (Termine, Rückrufe, Protokolle), nur um dann eine übergreifende Strategie für etwas Hochkomplexes zu bauen

  • Du hast Schwierigkeiten, Dich bei Hintergrundgeräuschen zu konzentrieren

  • Du wechselst häufig zwischen Aufgaben und verlierst dabei den Faden, sodass viel angefangen liegen bleibt

  • Du fühlst Dich nach einem normalen Arbeitstag einfach erschöpfter als du für richtig hältst

Was dabei (unter anderem) helfen kann

  • Transparenz, wo möglich: Du musst nicht jedem von Deiner ADHS erzählen. Aber dosiert kann es helfen zu kommunizieren, wie Du am besten arbeitest. Zum Beispiel: „Ich arbeite konzentrierter, wenn ich für komplexe Aufgaben einen ruhigen Block ohne Meetings habe."

  • Externe Systeme nutzen: Timer, Kalenderblöcke, Checklisten. Alles, was Dein Arbeitsgedächtnis entlastet, hilft. Insbesondere physisch!

  • Energielevel beachten: Nicht jede Stunde ist gleich. Wenn Du weißt, wann Dein Fokus am besten ist, leg die anspruchsvollsten Aufgaben in dieses Fenster.

  • Pausen aktiv planen: Nicht warten, bis Du nicht mehr kannst. Feste Pausen alle 45-60 Minuten, auch wenn es sich gerade noch gut anfühlt.

  • Das Wichtigste: Du bist okay, so wie Du bist: Man kann an sich arbeiten. Das sollte man auch. Aber man darf auch zu sich selbst stehen und einige Dinge an die Gangart anpassen, die für einen funktioniert!

Der Kern

ADHS am Arbeitsplatz ist kein Leistungsproblem. Es ist eine Frage der Passung zwischen Deiner Arbeitsweise und Deiner Umgebung. Im Coaching schauen wir genau da hin: Was funktioniert bereits, was braucht Anpassung, und wie kommunizierst Du das am besten?


Wenn Du Dich gerade in einer beruflichen Umbruchsituation befindest, kann auch das Systemische Coaching oder der Karriere-Kompass ein guter Startpunkt sein. Du schaffst das!


Julius Achenbach ADHS-Coaching & Systemisches-Coaching


 
 
 

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ADHS-Coach | Julius Achenbach | online

Julius Achenbach

ADHS-Coach, ADHS-Betroffener, Entwickler des AGIL-Frameworks

Ich bin systemischer Coach (IHK, SCGD) und habe AGIL in meiner Masterarbeit (M.Sc. Wirtschaftsinformatik) wissenschaftlich hergeleitet.

Wichtig: Coaching ersetzt keine Psychotherapie und keine ärztliche Behandlung. Es unterstützt im Alltag mit praxisnahen Werkzeugen zur Selbststeuerung.

 

Wer macht was? Psychologen haben Psychologie studiert, beraten und arbeiten diagnostisch, führen aber keine Psychotherapie durch. Psychotherapeuten haben nach einem Psychologie- oder Medizinstudium eine staatlich geregelte Ausbildung abgeschlossen und behandeln psychische Erkrankungen mit anerkannten Verfahren. Psychiater sind Fachärzte, behandeln psychische Erkrankungen medizinisch und verschreiben Medikamente.

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